TramTrack - Technik


Die Herausforderung

Rillengleise lassen sich im Modell nur schwer umsetzen:

  • Modellrad-Abmessungen erfordern breite und tiefe Rillen
  • Vignolschienen benötigen Radlenker und viel Platz für die Zungenbewegung
  • Bettungen müssen aufwändig und optisch unschön gestückelt werden

Die Lösung

Das Profil

  • Beim Vorbild ist nur der Schienenkopf sichtbar, also kann im Modell auf Schienenfuß und Steg verzichtet werden
  • Warum kann die Rille so schmal sein? Durch die geringere Rillentiefe laufen die Fahrzeuge auf den Spurkränzen. Dadurch kann die Rille wesentlich schmaler ausgeführt werden.
  • Weichenzungen liegen wie beim Vorbild innerhalb des Profils
  • Herstellung in der preiswerten, aber präzisen Ätztechnik - verrundete Ecken zwischen Rillenflanke und -grund sorgen für eine gute Führung der Radsätze

Die Bettungen

  • Die Profile liegen in Nuten, wodurch die Spurweite bestimmt wird.
  • Die Oberfläche ist als plastische Pflasterstruktur ausgeführt. Die Pflastersteine liegen vorbildgetreu radial zwischen den Profilen im Läufer- und außen neben den Profilen im Reihenverband
  • Öffnungen in den Bettungen erlauben die Stromversorgung der Profile

Die Flex-Bettungen

Eine der Besonderheiten von TramTrack sind die einzigartigen  Flex-Bettungen, welche es neben starren Bettungen für Gleise gibt. Sie ermöglichen es, individuelle Gleisverläufe und Bögen ohne aufwändiges Anpassen einzelner Bettungselemente umzusetzen.

  • Gestaltet wie ein Kamm mit mittlerem Steg, die Öffnungen liegen in den Nuten des Pflasters - dadurch sind die Bettungen in beiden Richtungen biegbar,
  • Die Bettungen passen sich an alle Profile an, egal ob gerade oder im Bogen.
  • Wenig Verschnitt, da die Profile über mehrere Bettungen laufen können
  • Das Pflaster liegt vorbildgetreu immer radial, unabhängig vom Radius. Deshalb müssen keine Füllstücke aufwändig zugeschnitten werden.

Weichen und Kreuzungen

Weichen und Kreuzungen bestehen aus stabilen, starren Bettungen sowie passgenauen Schienenprofilen für Zungen und Herzstücke. Die Konstruktion verbindet eine vorbildgetreue Funktion mit einer einfachen Montage und zuverlässiger Justierung.

  • Polarisierbare Herzstücke: Die Herzstücke werden separat mit Strom versorgt und können dadurch zuverlässig polarisiert werden.
  • Vorbildgetreue Weichenzungen: Die Zungen liegen wie beim Vorbild innerhalb des Schienenprofils und übernehmen zugleich die Funktion eines vorbildgerechten Radlenkers.
  • Stabile Konstruktion: Die zweiteiligen Weichenzungen werden miteinander verlötet. Die Bettung begrenzt den Stellweg, während die Schienenprofile die Zungen sicher in Position halten.
  • Minimaler Stellweg: Die Weichenzungen benötigen lediglich einen Stellweg von etwa 1,5 mm.
  • Zwei Varianten: Die Weichen verfügen standardmäßig über zwei Zungen. Teilweise sind sie auch als preiswerte 1-Zungen-Variante erhältlich, wie sie beim Vorbild früher häufig eingesetzt wurde.
  • Schnittstelle für Weichenantriebe: Neue Weichen mit zwei Zungen werden mit einer integrierten Schnittstelle für einen Weichenantrieb ausgestattet. Das erleichtert die Montage und ermöglicht eine einfache und präzise Justierung des Antriebs.

Verbindung der Gleiselemente

Alle Bettungen verfügen an ihren Enden über eine präzise Verzahnung, die eine stabile und passgenaue Verbindung der einzelnen Elemente gewährleistet.

Für Gleisabschnitte mit Schwellen sind spezielle End-Schwellen erhältlich. Auch diese sind mit der passenden Verzahnung ausgestattet und ermöglichen eine nahtlose Verbindung der Gleiselemente.


Stromversorgung

Zur Stromversorgung stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Separate Einspeisung an jedem Profil
    An jedes Profil wird eine Litze oder ein Draht gelötet. Die Leitungen werden unter dem Trassenbrett verbunden. Dies ist eine einfache und sichere Methode. In den starren Bettungen sind für die Durchführung der Litzen bereits Öffnungen vorgesehen; bei Flex-Bettungen müssen diese selbst hergestellt werden.
  2. Elektrische Verbindung der Profile
    Die Profile werden miteinander verlötet. Dafür stehen dünne Lötlaschen als Schienenverbinder zur Verfügung. Der Vorteil: Die Anzahl der erforderlichen Einspeisungen wird reduziert.
  3. Verbindung mit Silberleitlack
    Die Profile können auch mit Silberleitlack elektrisch miteinander verbunden werden. Auch dadurch lässt sich die Anzahl der erforderlichen Einspeisungen reduzieren.

Geometrie der Gleise

Die Geometrie basiert auf konzentrischen Kreisen:

  • Spurweite 16,5 mm:

kleinster Radius 207 mm, darüber jeweils 46 mm größere Radien bis maximal 575 mm

Der Parallelgleisabstand beträgt damit 46 mm

  • Spurweite 12 mm:

kleinster Radius 189 mm, darüber jeweils 42 mm größere Radien bis maximal 525 mm

Der Parallelgleisabstand beträgt damit 42 mm

  • Spurweite 9 mm:

kleinster Radius 198 mm, darüber ein Radius von 231 mm

Der Parallelgleisabstand beträgt damit 33 mm

Über 231 mm Radius jeweils 42 mm größere Radien bis maximal 525 mm

Der Parallelgleisabstand beträgt damit 42 mm

Hinweis: Der kleinere Gleisabstand zwischen den Radien 198 mm und 231 mm ist vor allem für die kleineren Baugrößen TTm und N gedacht.

Die Parallelgleisabstände gelten nur im Bereich von Weichen und Abzweigungen. Mit Hilfe der Flex-Bettungen können sonst beliebige Gleisabstände, auch kleinere, erzeugt werden - siehe dazu auch das so geht's Video Gleisabstände.

Aus allen gebogenen Profilen lassen sich ohne Kürzen Halb- und Vollkreise, teilweise auch Viertelkreise bauen.


Geometrie der Weichen und Kreuzungen

Die gebogenen Stränge von Weichen und Kreuzungen basieren auf den gleichen Radien wie gebogene Gleise.

Einfache Weichen ergeben, gegeneinander gesetzt, immer einfache Gleisverbindungen im Parallelgleisabstand.

Hinweis: es sind noch Weichen mit Abzweigwinkel 30° im Programm, bei denen ist der Gleisabstand größer. Diese Weichen werden aber ersetzt.


Geometrie der doppelgleisigen Abzweigungen

Aus wenigen Elementen lassen sich doppelgleisige Abzweigungen zusammen stellen.

Der Abzweigwinkel beträgt 45° bei linken und rechten sowie 30° bei Y-Abzweigungen.

Stücklisten mit den benötigten Elementen finden Sie in den Dokumentationen.


TramTrack und Straßenverkehr

TramTrack kann grundsätzlich mit verschiedenen Systemen zur Fahrzeugführung kombiniert werden. Entscheidend ist dabei der Abstand zwischen Fahrbahnoberfläche und Fahrzeugführung. Dieser sollte etwa 2 mm betragen, damit die Führung unterhalb der Fahrbahn angeordnet werden kann und nicht mit den TramTrack-Schienenprofilen kollidiert. Auch sollte der Lenkmagnet möglichst keinen Kontakt zur Fahrbahnoberfläche haben.


Für den Car-System-Betrieb sind ausschließlich starre TramTrack-Gleisbettungen geeignet. Flex-Bettungen, Weichen und Kreuzungen sind aufgrund ihrer beweglichen Teile und der Stromführung nicht dafür vorgesehen.

System Mit starrer TramTrack-Bettung Voraussetzung
Viessmann CarMotion® einfach umsetzbar Magnetstreifen unter der Fahrbahn
Faller Car System mit Anpassungen machbar Magnetführung statt Stahldraht + angepasste Lenkstange
Magnorail mit Anpassungen machbar Fahrzeuge müssen rollen und lenken; keine Schleiferführung

Viessmann CarMotion®

Hier sind die wenigsten Anpassungen erforderlich. Für den Führungsmagnetstreifen muss von unten eine etwa 1 mm tiefe Nut in die TramTrack Bettung gefräst werden.

Faller Car System

Im Bereich der TramTrack-Gleise muss der oberflächennahe Führungsdraht durch einen Magnetstreifen ersetzt werden. Auch hier muss für den Führungsmagnetstreifen von unten eine etwa 1 mm tiefe Nut in die TramTrack Bettung gefräst werden.

Da der Lenkmagnet über die Fahrbahnoberfläche schleift, muss die Lenkstange vorne etwas nach oben gebogen werden. Die Kreuzungen zwischen TramTrack und Faller Car System sollten möglichst im rechten Winkel erfolgen, damit die angepasste Lenkstange das Schienenprofil möglichst geradlinig überquert.

Magnorail

Die Fahrzeuge müssen rollen und lenken. Die üblicherweise verwendeten Schleifer sind für TramTrack nicht geeignet, da sie mit den Schienenprofilen kollidieren würden. Somit ist auch das Magnorail Fahrrad nicht geeignet.

Dazu werden die Fahrzeuge mit eine Lenkachse ausgerüstet. Ein Magnet wird an der Spurstange befestigt, ein zweiter kurz vor der Hinterachse. Dieser verhindert, dass das Fahrzeug hinten abhebt. In die Kette werden zwei Magnete im ungefähr gleichen Abstand eingesetzt.

Auch hier muss für die Kette von unten eine etwa 1 mm tiefe Nut in die TramTrack Bettung gefräst werden.

Diese Variante wurde mit TramTrack praktisch erprobt.

Die beschriebenen Kombinationen beziehen sich auf die konstruktiven Möglichkeiten von TramTrack. Wir bieten selbst keine Komponenten für Car-Systeme an.


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